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Foto by F-Wie-Foto (Daniela Jakob) 

Wenn Cover eskalieren: Mein Leben als SciFi‑, Western‑, Horror‑ und Fantasy‑Designer

…oder warum mein Kopf ein Freizeitpark ist und mein Wohnzimmer ein Museum meiner eigenen Eskapaden

Ich bin Mario Heyer auch bekannt als MtP-Art, 51 Jahre alt und lebe mit meiner Frau, meinen beiden Kindern, zwei Katzen und einer englischen Hundedame im idyllischen Schömberg — einem Ort, der so friedlich ist, dass man meinen könnte, ich würde dort meditieren, wandern oder Bonsai züchten.
Stattdessen verbringe ich meine Zeit damit, Dämonen zu beleuchten, Raumschiffe zu texturieren, Westernhelden Staub ins Gesicht zu pinseln und Fantasywesen so lange zu modellieren, bis sie mich im Traum verfolgen.

Kurz: Mein Kopf ist jung geblieben. Und neugierig. Und manchmal ein bisschen verrückt.

Vom Pixelschubser zum Genre‑Domteur

Angefangen hat alles mit harmlosen Pixeln. Ein bisschen Retusche hier, ein bisschen Farbkorrektur da — und plötzlich war ich der Typ, der gefragt wird:
„Kannst du einen Zombie realistischer aussehen lassen?“ Was ich im Übrigen mit Hilfe eines Fotos von einer Kirschtasche auch geschafft habe.
„Kann der Drache noch bedrohlicher wirken?“
„Warum sieht der Cowboy so aus, als hätte er gerade seine Steuererklärung abgegeben?“

Und ich so: „Klar. Gib mir zehn Minuten.“

Heute arbeite ich in meinen vier Lieblingsgenres:

  • SciFi – Raumschiffe, Laser, fremde Welten und gelegentlich ein schwarzes Loch, das dringend mehr Dramatik braucht
  • Western – Staub, Colts, harte Blicke und Hüte, die IMMER schief sitzen
  • Horror – Nebel, Schatten, Dämonen, Monster, Friedhöfe, Tentakel, Vincent‑Preise (vier Stück!) und Dinge, die nachts Geräusche machen
  • Fantasy – Drachen, Zwerge, Burgen, Magie, Ruinen, epische Lichtstimmungen und Helden, die nie wissen, wo sie ihr Schwert hingelegt haben

Zwischen Hochspannung und Hochfantasie

Tagsüber arbeite ich bei den Stadtwerken Pforzheim als Elektriker im Heizkraftwerk an und mit Hochspannungssystemen sowie im 400 Volt Netz und an unseren Erzeugungsanlagen.
Nach Feierabend erschaffe ich Welten, in denen Hochspannung eher bedeutet:
„Wenn dieses Monster noch näher kommt, knallt’s.“

Während im Kraftwerk alles nach Regeln läuft, herrscht im Designstudio kreatives Chaos:

  • „Kann der Dämon bitte weniger freundlich schauen?“
  • „Warum wirkt der U‑Boot‑Kommandant so glücklich? Das ist Krieg, kein Wellnessurlaub.“
  • „Kann das Raumschiff so aussehen, als würde es gleich explodieren, aber auf eine ästhetisch ansprechende Weise?“

Ich liebe diesen Wahnsinn.

Von Blitz über Bastei bis Ek2 – mein Verlagsdreieck

Seit 2018 arbeite ich für den Blitz Verlag: Cover, Werbeanzeigen, komplette Serienwelten — alles, was nach „Mach es episch!“ schreit.
Für Bastei Lübbe gestalte ich Cover für John Sinclair, Professor Zamorra, Gespenster‑Krimi und andere Kultreihen. Wenn irgendwo ein Dämon grinst, war ich vermutlich beteiligt.

Und dann gibt es die Serien Castor Pollux und Atlantis Legenden — komplette Artworks direkt aus meinem Grafiktablett.
Raumschiffe, Ruinen, Artefakte, abgehalfterte Revolverhelden, Explosionen… alles, was Spaß macht und die Grafikkarte zum Glühen bringt.

Seit 2024: Zuhause bei Ek2 Publishing

Seit Anfang 2024 bin ich Teil des Teams von Ek2 Publishing — und ich bin stolz darauf.
Die Zusammenarbeit ist eng, konstruktiv und manchmal so intensiv, dass ich glaube, wir könnten gemeinsam ein Raumschiff starten.

Historisch korrekte Panzer oder Uniformen zu gestalten ist übrigens eine Kunst für sich.
Man denkt: „Ach, das wird schon.“
Und dann sitzt man drei Stunden da und fragt sich, ob die Schraube am Kettenlaufwerk 1943 wirklich so aussah.
Aber genau das macht Spaß.
Verrückten, nerdigen, wunderbaren Spaß.

Ein Herzensprojekt: „Die Kunst des Wing Chun“

Ein Projekt, das mir besonders viel bedeutet, ist das Cover zu Mario Lopez’ „Die Kunst des Wing Chun“ (EK2 Publishing).
Ich lernte ihn 2025 bei einem Team‑Event kennen — als Wing‑Chun‑Trainer in seinem Dojo.
Später beim Essen sprachen wir über sein Buch.
Und irgendwann lag der Auftrag auf meinem Tisch.

Die Arbeit daran war anders als alles, was ich sonst mache:
ruhiger, fokussierter, fast meditativ.
Und als ich sah, wie sehr Mario Lopez sich über das Ergebnis freute — und wie positiv das Buch aufgenommen wurde — wusste ich:
Dafür mache ich das alles.

Autodidakt mit Allzweck‑Werkzeugkoffer

Ich habe mir alles selbst beigebracht:
3D‑Programme, Photoshop, Fotografie, KI‑Tools.
Ich habe nie gelernt, was man nicht machen darf.
Also mache ich es einfach.

Und ja: KI ist ein fester Bestandteil meines Werkzeugkastens.
Nicht als Ersatz, sondern als Turbo.
Als Ideenbeschleuniger. Als Werkzeug, das mir hilft, schneller zu experimentieren, mutiger zu denken und neue visuelle Wege zu gehen
Als „Was wäre, wenn…?“-Maschine.

Viermal Vincent – und immer noch stolz wie Bolle

Viermal habe ich den Vincent Preis für die beste Horror‑Grafik gewonnen.
Die hängen gerahmt an der Wand.
Nicht, weil ich eitel bin — sondern weil sie mich daran erinnern, dass Tentakel, Nebel und düstere Lichtstimmungen manchmal zu etwas Gutem führen.

Das Regal der Eitelkeiten (aber im guten Sinne)

In meinem Wohnzimmer steht ein langes Regal, auf dem alle Bücher und Hefte stehen, für die ich die Cover gestaltet habe.
Es ist mein persönliches Museum — nur ohne Eintrittspreis und mit deutlich mehr Dämonen.
Ein Ort voller Erinnerungen, Stilbrüche, Experimente und gelegentlicher „Was zur Hölle habe ich mir dabei gedacht?“-Momente.

Zu meinen persönlichen Highlights gehören:

  • die Arbeit an Kai Meyers „Der Rattenzauber“ (Blitz Verlag)
  • und die Gestaltung des Jubiläumsbandes von „Der Hexer“ (Bastei Lübbe Verlag)

Beides Projekte, die mich gefordert, begeistert und ein kleines bisschen stolz gemacht haben.

Warum ich das alles liebe

Weil jedes Cover eine Tür ist.
Eine Einladung.
Ein Versprechen.
Und ich darf diese Türen gestalten — manchmal episch, manchmal absurd, manchmal mit einem Schlauchboot, das aus einer zerbrochenen Kloschüssel fährt.

 

MeinSpielzeug

Seine Artworks findet man entweder auf seiner Homepage http://www.mtp-art.de
oder auf seinen Facebookseiten 

    

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Als Grafiker hat er verschiedene Arbeiten für verschiedene Verlage und das Exodus Magazin erstellt

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