Die Entdeckung von KARGUL

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Die Entdeckung von KARGUL
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Der Alarm schrillte hell und nervend durch das Zimmer, Greg schreckte auf und schlug sich den Schädel am Buchregal über seinem Bett. Es wurde endlich Zeit das er hier mal für Ordnung sorgte. Das musste aber warten, es gab wichtigere Aufgaben.



Greg griff auf dem Schreibtisch und klemmte sich den Stapel Unterlagen unter den Arm. Natürlich fegte er bei der Aktion auch einige Bücher von der Platte, was das Chaos in seinem Zimmer noch verstärkte. Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel rutschte ein Stapel Akten vom Regal an der Wand und verteilte sich auf dem Boden. Sein Zimmer war eher eine Ansammlung alter Bücher, Computerausdrucken und einer Wagenladung Sperrmüll als das man es gemütlich nennen konnte. Nun, es war immerhin günstig, es wurde ja von der Agency bezahlt und er musste nichts weiter tun als weiterhin so gute Ergebnisse abzuliefern wie er es in den letzten 5 Jahren getan hatte. Greg war der führende Ingenieur auf dem Gebiet der Antriebstechnik, das hatte ihm auch den Posten hier bei der Planetarischen Aufklärung verschafft. Doch im Augenblick fühlte sich Greg nicht unbedingt als führende Kraft, er hatte Probleme und zwar mächtig Probleme.



Die MISSIONER 12 Sonde hatte vor 4 Tagen den Kontakt mit dem Überwachungszentrum verloren und keiner wusste warum. Es gab starke Schwankungen im Magnetfeld der Sonne aber die dürften eigentlich kein Problem darstellen. Die Sonde war gegen solche Strahlungen abgeschirmt. Jeder Versuch wieder Kontakt zur Sonde herzustellen war bisher gescheitert und Greg hatte sich die halbe Nacht um die Ohren geschlagen um eine Lösung zu finden. Da selbst die Genaue Position der Sonde nicht bestimmt werden konnte hatte Greg nur eine verschwindend geringe Chance das sein Plan Erfolg haben könnte. Er wollte die Sonde mit einem hoch energetischen Strahl treffen um so einen Neustart der Systeme zu erzwingen. Das Knifflige daran war, man musste mit einem Strahl der gerade mal 15 cm Durchmesser hatte ein Objekt treffen, das 401 Millionen Kilometer von der Relaisstation entfernt seine Runden zog. Und das ohne zu wissen wo genau sich die Sonde befand, genauer gesagt also ein völliger Schuss ins Blaue.



Greg öffnete die Tür zum Kontrollzentrum mit dem Fuß da er beide Hände voll hatte. Auf dem Weg zu seinem Posten hatte er sich einen Becher dieses widerlichen Gebräus das sie hier Kaffee nennen geholt und eine Handvoll Donuts. Er drängte sich durch die Reihen von Monitoren auf denen Zahlenreihen einen wilden Tanz vollführten. Seinen Kollegen drehte sich bei dem Wirrwarr oft der Magen um aber für Greg war es als würde er einen Blick in den Garten seines Elternhauses werfen. Die Zahlenketten tanzten und Gregs Hirn spielte die Melodie dazu. Noch bevor er überhaupt an seinem Platz war hörte er schon das allmorgendliche Geplapper der Expertengruppe. Gregs Meinung nach einer Gruppe von Hohlköpfen die nicht den Hauch von Gefühl hatten, wenn es um Berechnungen ging. Aber er musste mit ihnen arbeiten ob er wollte oder nicht. Also warf er den Stapel Papier auf seinen Platz legte einige Donuts darauf und schlenderte dann, endlich befreiter auf die Gruppe zu. Er nippte an seinem Kaffee, angewidert verzog er das Gesicht. Wie konnten diese Typen das Gebräu nur Kaffee nennen, es schmeckte eher wie Spülwasser mit Kaffeepulver. Aber es weckte die Lebensgeister und darauf kam es ja schließlich an. Sein Becher war noch halb voll als er kauend bei der Gruppe ankam. Guten Morgen meine Herren, sind alle Vorbereitungen getroffen worden? unterbrach er den aufgeregten Bienenschwarm. Einige erzürnte Gesichter drehten sich zu ihm um und wurden kreidebleich. >Guten Morgen Mister Hallow, scholl< es aus 25 Kehlen und die Gruppe stob auseinander als hätte Greg eine Stinkbombe in ihrer Mitte gezündet. Greg liebte das, und er schlenderte mit einem Grinsen zurück zu seinem Pult. Der Stuhl ächzte als er sich hineinschmiß und nach den Papieren angelte. Oberflächlich überflog er die Berechnungen der letzten Nacht nochmal und kam zu dem Schluß das er nicht mehr tun konnte. Also griff er nach dem Headset und schaltete die Lautsprecher und das Setcom ein. So wurden seine Worte jedem hier aufs Ohr getrommelt, ob Derjenige nun wollte oder nicht. Ein weiteres Lächeln umspielte seine Lippen als er bewußt tief und bedrohlich ins Micro brüllte. >GUTEN MORGEN< zusammen! Ein heilloses Chaos entstand als jeder so schnell wie möglich versuchte an seinen Platz zu eilen und man hörte von einigen Plätzen Flüche weil der Inhalt der Kaffeebecher über Tastaturen geleert worden war. So dauerte es ein zwei Minuten bis das Kontrollzentrum dem glich was es sein sollte. Ein diszipliniertes Arbeitsumfeld, indem die besten Köpfe der Agency versuchten eine nahende Katastrophe zu verhindern.



Die ersten Statusmeldungen kamen herein und Gregs Monitor begann wild mit seinem Tanz. 5 Stunden später war es dann soweit alle Vorbereitungen waren abgeschlossen und der Emitter war ausgerichtet. Greg stand der Schweiß auf der Stirn, es gab nur diesen einen Versuch, wenn sie Erfolg haben wollten. Auf seinem Monitor sah Greg die berechnete Flugbahn der Sonde und den ungefähren Punkt des Zusammentreffens mit dem Emitterstrahl. Mars 2120 das ehrgeizigste Projekt der gesamten Erde hing nun an einer 12 Meter langen und 5 Meter breiten Metalltrommel die um den Planeten kreiste und keine Lust mehr hatte mit dem Kontrollzentrum zu sprechen. Na super eine 35 Milliarden Dollar teure Schrotttrommel wartete auf sein Kommando. Noch einmal atmete Greg tief durch und legte den Finger auf den Auslöser. Hier stand alles auf dem Spiel, nicht nur seine Karriere auch das Weiterbestehen der Agency und des gesamten Mars 2120 Projekts. Eine Last von unzähligen Tonnen drückte auf Gregs Schultern und alle Augen im Kontrollzentrum richteten sich auf ihn. Es herrschte fast völlige Stille, bis auf das Piepsen der Computer und Monitore. Wie lange Greg so dagestanden hatte wusste er nicht, denn ihm waren wohl die Augenlider zugefallen. Als er sie wieder hob stand Maria vor ihm und lächelte ihn an, Maria war eine Mathematikerin die das MIT mit einem exorbitanten Schnitt und Belobigungen in allen Fächern abgeschnitten hatte. Was man ihr aber nicht ansah. Maria war schlank und könnte mit ihrer Figur und ihrem Lächeln eher in den Playboy gehören als hier ins Kontrollzentrum. Greg lächelte zurück und drückte die Schultern zurück. Er war hier der Chef und er wusste, nein er hoffte inständigst, das seine Berechnungen stimmten.



>Alle Abteilungen bereit machen wir beginnen in wenigen Sekunden mit dem Abschuß.< Nun dauerte es kaum 5 Sekunden bis die einzelnen Stationen ihren Status meldeten. Immer mehr Greenlights auf dem Monitor erschienen und als die letzte Station grünes Licht gab begann der Countdown.



10 .... 9 .... 8 ....Energiezufuhr auf 125 % Zusatznetze geschaltet ...... 7 ...... 6 ....... Partikelumwandler sind auf GO Emitterplattform baut sich auf ........ 5 ............ Freigabe für Abschuss, Raumbereich geräumt und gesichert ....... 4 ........ >>Jetzt alle Mann aufpassen<< schrie Greg ins Micro 3 ......... 2 ........... Energieniveau im grünen Bereich ....... 1 ........... >>Abschuss!!<<



Ein gebündelter Laserstrahl schoss von der Relaisstation in Richtung des Planeten. Sein kaltes blaues Glühen tauchte das Kontrollzentrum in ein gespenstisches Licht. Nun hieß es abwarten und die Instrumente beobachten. Der Strahl würde ca 8 Minuten bis zum errechneten Rendezvous Punkt brauchen, und dann nochmal 20 Minuten bis sie wussten ob sie getroffen hatten und die Sonde auf den Befehl reagierte. Eine knappe halbe Stunde die sich für Greg hinzog wie alter Kaugummi der an den Schuhsohlen klebt. Eine Hand legte sich auf seine Schulter, Maria nickte ihm aufmunternd zu und ihre Hand drückte seine Schulter kurz bevor sie auch schon wieder weitereilte um zum Rechenzentrum zu gehen. Greg würde nie verstehen warum Maria Computer lieber waren als Menschen, oder lag es daran das Computer programmierbar waren? Greg wusste es nicht genau und hatte auch keine Lust den Gedanken weiter zu verfolgen. Er sah wieder auf seinen Monitor und verglich die Zahlen darauf mit denen auf seinen Papieren. Sie waren nahezu identisch, nahezu? Greg schluckte schwer als ihm der kleine Unterschied ins Auge sprang eine Abweichung in der 17. Nachkommastelle. Minimal, doch bei der Entfernung konnte es sein das sie tausende Kilometer daneben schossen. Zum Glück hatte er schon vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört ansonsten hätte er sich eine Zigarette nach der Anderen angesteckt. Dann plötzlich veränderte sich der bis dahin schwarze Hauptbildschirm an der Wand.



MISSIONER 12 reboot.........



Greg sprang auf und ein Aufatmen ging durch das Kontrollzentrum als die einzelnen Systeme sich meldeten und die Sonde langsam wieder zu neuem Leben erwachte. Die einzelnen Stationen im Kontrollzentrum gaben ihre Werte weiter und auf dem Monitor erschien rechts ein Balken der den Status der Sonde darstellte. 76 % und weiter steigend, Energieversorgung der Sonde bei 95 %. Kamerasysteme werden ausgerichtet, Sendeeinheit auf Maximum, CPU bei 98 % die Computerstimme hallte durch das Kontrollzentrum und alle warteten gebannt auf die entscheidende Meldung. Sonde zu 100% einsatzbereit, ein Jubeln brach aus und Greg stand nur still da während eine einzelne Träne über seine Wangen lief. Sie hatten es geschafft, die MISSIONER 12 war wieder online und anscheinend voll funktionsfähig. Eine Stein von der Größe des Mount Everest fiel Greg vom Herzen, das Projekt war gerettet und die Menschheit war dabei eine neue Erde zu erforschen.



>Mister Hallow, die ersten Bilder der Sonde kommen herein.< Rief einer aus den vordersten Reihen herauf. >Umschalten auf Hauptmonitor< befahl Greg. Als das Bild auf dem Hauptmonitor erschien stockte jedem im Kontrollzentrum der Atem. MISSIONER 12 war weiter vom Kurs abgekommen als sie gedacht hatten und flog nun über eine bisher unerforschte Region an den Rändern der großen Wüste. Doch das war es nicht was den Leuten hier die Sprache verschlagen hatte. MISSIONER 12 sendete Bilder einer Struktur die keines Falls natürlichen Ursprungs war. Es war ein Gebäude das war unschwer zu erkennen, laut Berechnungen war es ca 200 Meter hoch und hatte an der Basis eine Ausdehnung von 120 Metern. Die Sensoren erhielten Werte von Metall und Stein doch das war noch nicht Alles. Die Energiemessungen ergaben einen Wert weit außerhalb der Skala. Etwas im Innern des Gebäudes musste Strahlung emittieren. Und zwar Strahlung die der der irdischen Plasmareaktoren sehr nahe kam. Was zum Teufel hatten sie da nur entdeckt.............




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