Die Stratos - Der Nebel

Die Stratos - Der Nebel




Titel: The Stratos
Autor: © "Exploding Art"
Fotograf: "MURDOC the PSYCHO"



Schon seit 3 Wochen kreuzte die Stratos durch diesen Nebel irgendwo am Rande des bekannten Raumsektors. Dicke Wolken aus Plasma hatten immer wieder dazu geführt, dass Systeme teilweise oder ganz ausfielen. Seit einer Woche waren die Langstreckensensoren zu nichts zu gebrauchen und zeigten auf den Schirmen nur eine dicke weiße Schicht an. Die Navigation konnte nur noch visuell erfolgen was bei einem Schiff von der Größe der Stratos schon mehr als eine Kunst war. Alle 2 Stunden wechselten sich die Offiziere auf dem Promenadendeck ab und spähten in die dicken sich ständig verändernden  Schwaden. Kein Stern war zu erkennen, sie wussten nicht ob das Schiff in der nächsten Sekunde mit irgendeinem Körper in der Wolke kollidieren würde, oder wie lange sie hier noch, fast orientierungslos, herumtrieben. Die Triebwerke wurden auf ein Minimum herunter gefahren um den Offizieren mehr Chancen bei der Beobachtung zu geben.
In den Mannschaftsquartieren herrschte eine gedrückte Stimmung als stünde der Weltuntergang kurz bevor. Wer nicht gerade Dienst hatte zog sich zurück in sein Quartier und brütete dumpf vor sich hin. Ein paar wenige Privilegierte hatten sich Zugang zum Frachtbereich verschafft und spielten dort zwischen den diversen Containern Football oder Golf. Captain Jusarr ließ sie gewähren, denn er wusste das jede Ablenkung gut für die ohne hin schon fast verschwundene Moral der Mannschaft war. Es schien als würde Jeder an Bord darauf warten das etwas, irgendetwas passieren möge. Und sei es nur um aus diesem Trott auszubrechen.
Der Bordarzt hatte alle Hände voll zu tun, die einzelnen Crewmen bei Laune zu halten. Depressionen und aggressives Verhalten untereinander waren rapide angestiegen. So wunderte es anfangs Niemanden als es den ersten Toten gab. McDermond, ein Techniker von der Erde, war auf dem Korridor vor den Lagerräumen blutüberströmt aufgefunden worden. Nun lag er auf der Krankenstation und der Dok versuchte krampfhaft die Todesursache herauszufinden. Doch bisher waren alle Tests ergebnislos geblieben. Keine äußerliche Gewalteinwirkung, alle gängigen Krankheiten wurden ausgeschlossen, der Doktor stand vor einem Rätsel. Seit fast 2 Tagen suchte er nach der Ursache für den bedauerlichen Tod des Technikers und hatte seitdem kaum geschlafen oder gegessen. Seine Augen brannten vom angestrengten Starren auf unzählige Monitore, Anzeigen, Diagramme und Testauswertungen. Müde lehnte er sich in seinem Büro auf dem Achterdeck in seinem Stuhl zurück und lauschte besorgt dem deutlichen Knacken seiner Gelenke. Er musste hier raus und sich die Beine vertreten, doch die Suche ließ ihn einfach nicht los. Er kopierte also die letzten Testreihen auf sein Medipad und schaltete dann das Licht im Büro aus.
Den Blick auf das Medipad gerichtet schlug er den Weg in Richtung Promenadendeck ein um die Aussicht zu genießen. Als er den Lift betrat stieß er fast an die Wand, so tief war er in seine Berichte versunken. Er blickte auf um dem Lift das Ziel zu nennen und das Medipad fiel mit einem lauten Knall zu Boden. Der Aufprall hallte im Gang vor ihm wieder. Stille herrschte um hin herum, Totenstille im wahrsten Sinne des Wortes. Im Gang lagen verstreut dutzende Körper in unnatürlich verkrampften Stellungen herum. Hastig sog er die Luft ein und verschluckte sich prompt, hustend stütze er sich an der Wand des Lifts ab. Im ansonsten völlig geräuschlosen Gang wirkte es wie ein Störenfried. Nach ein paar Sekunden hatte der Dok sich wieder unter Kontrolle und hastete vorbei an den Toten in sein Labor um den Tricorder zu holen. Als er vor der Tür zur Krankenstation stand sah er die tiefen Kratzer, die quer über die Tür verliefen. Und rechts neben dem Eingang kauerte mit schmerzverzerrtem Gesicht der erste Offizier Argul. Seine Finger waren blutig und das Blut war noch nicht ganz geronnen. Er konnte also noch nicht lange tot sein. Zögernd beugte sich der Dok hinunter um den Puls zu fühlen, er wollte ganz sicher gehen. Als er den Toten berührte kippe dieser zur Seite und schlug geräuschvoll mit einem dumpfen Klatschen auf dem Boden. Hilfe suchend blickte der Dok umher, doch alles was er erblickte war tot. Tot und Schmerz, in den Augen und den Körpern die einmal seine Freunde und Kollegen waren. Er atmete tief ein und trat dann in die Krankenstation, graptschte seinen Tricorder vom Tisch neben den Messgeräten und rannte wieder zur Tür hinaus. Der kurze Weg zum Lift schien kein Ende nehmen zu wollen und seine völlig übermüdeten Nerven spielten ihm ihrerseits Streiche. Er hatte das Gefühl beobachtet zu werden, und kalte Schauer rasten über seinen Rücken. Er hechtete förmlich in den Lift und presste sich eng an die Wand. Als die Türen sich schlossen wagte er es wieder tiefer zu atmen. Auf die Brücke krächzte er und der Lift setzte sich in Bewegung.
Als sich die Lifttüren auf der Brücke öffneten wappnete sich der Dok vor dem Anblick, doch als er aus dem Lift trat taumelte er. Die Brücke bot ein Bild des Grauens, Blut tropfte von der Waffenbank  auf der Harry Wilcoks, der Waffensystemoffizier, lag und dem die Eingeweide als entarteter Lendenschurz aus einer Bauchwunde quollen. Der Gestank hier oben verschlug dem Dok fast den Atem und er wandte sich ab. Sein Blick wanderte von der Waffenbank hinüber zum Platz von Captain Jusarr. Er würgte als er sah was vom Captain noch übrig war, denn es war nicht viel. Nur die stumpfen Augen, die aus dem entstellten Schädel am Fuß des Captainstuhls blickten  ließen es zu, dass er den Captain identifizierte. Der Körper des Captains war als zweite Haut über den Stuhl gezogen worden, alle Knochen lagen fein säuberlich aufgeschichtet links neben seinem Schädel in einer großen Blutlache die allmählich schwarz wurde.
Was in Aller Welt war hier nur passiert, und warum zum Teufel hatte er in seinem Labor nichts von dem Todeskampf der Mannschaft mitbekommen. Er ging schleppend hinüber zur Sensorwand und schob den nächsten Toten bei Seite. Er griff auf die schiffsinternen Sensoren zu und schluckte schwer als nur ein einziges Lebenszeichen erkannt wurde. Das war er auf der Brücke. Auf dem ganzen Schiff gab es kein Leben mehr, selbst in den zoologischen Laboren waren keine Lebenszeichen der Versuchstiere mehr auszumachen. Der Dok kniff die Augen zusammen und fuhr sich mit der Hand über´s müde Gesicht. Er war allein, mutterseelen allein, an Bord eines Schiffes mit ehemals 3500 Mann Besatzung. Der Bildschirm verschwamm vor seinen Augen und er kam wieder zu sich als sein Steißbein ihm vehement signalisierte das der Boden verdammt hart war. Fluchend rappelte er sich wieder auf und hielt sich an der Konsole fest. Es ist nicht wahr, das ist nur ein Traum schoß es ihm immer wieder durch den Kopf. Es konnte nicht anders sein, das war einfach nicht möglich. Ein Blinken am Bildschirmrand erregte seine Aufmerksamkeit und er öffnete die Datei. Es war das Logbuch der Stratos, der Eintrag war vor knapp 5 Stunden verfasst worden. Er erhöhte die Lautstärke und rief den letzten Eintrag ab.
Der Schirm zeigte den Captain, er war noch lebendig, aber man sah ihm an das etwas nicht stimmte. Seine Haut war grau geworden und ein dünner Blutfaden troff aus seinem Mundwinkel als er sprach. Das ist der letzte Eintrag von Kjuhl Jurass. Captain der Stratos. Wir sind gefangen in einem Plasmanebel und haben schwere Ausfälle der Sensoren und der anderen Schiffssysteme. 70 % der Mannschaft sind einer ungeklärten Seuche anheim gefallen. Sie greifen einander an und beginnen sich gegenseitig umzubringen. Die Sicherheitsteams wurden überrannt als sie versuchten den Dok zu erreichen. Er meldet sich seit 2 Tagen nicht mehr und hat sich in seinem Labor verschanzt. Keine Möglichkeit mehr................Hier wurde die Videoaufzeichnung unterbrochen und er hörte nur noch einen markerschütternden Schrei und ein schmatzendes Geräusch. Als das Bild flimmernd wieder aufgebaut wurde schwenkte die Kamera hinüber zum Stuhl des Captains und zeigte das Bild das der Dok nur zu gut kannte. Doch es gab einen Unterschied zu dem Livebild das der Dok vor einigen Minuten gesehen hatte und dem auf dem Schirm. Die Augen des Captains lebten noch, er erkannte über deutlich das sie noch einmal blinzelten und der Mund sich zu einem stummen Schrei öffnete. Dann sah er sein eigenes Gesicht auf dem Schirm. Wirre Augen, hechelnd und mit einem Skalpell in der Hand stand er da und schaute in die Kamera.
Willkommen im Nebel des Todes schrie der Doktor auf dem Schirm der Kamera entgegen, bevor er aus dem Bild rannte. Damit endete die Aufzeichnung........

Ein ohrenbetäubendes NEIN hallte durch ein totes Schiff........








Text: © "MURDOC the PSYCHO"




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